Sonnenaufgang

Er ist wohl einer der faszinierenden Vorgänge der Natur: der Sonnenaufgang. Immer wieder diente er als Kulisse für die schönsten Fotos und Filmszenen und obwohl wir ihn jeden Tag erleben können, kann sich wohl niemand an dem meist farbenreichen Schauspiel sattsehen. Als Sonnenaufgang wird allgemein das morgendliche Überschreiten des Horizonts von der Sonne bezeichnet. Mit ihm wird das Ende der Nacht und somit der Anbruch eines neuen Tages verbunden, nicht zuletzt dient er daher oft als Symbol für einen Neuanfang.

Der Sonnenaufgang geht zurück auf ein weiteres Phänomen, die Erdrotation. Durch die regelmäßige Drehbewegung der Erde um ihre eigene Achse sind verschiedene Teile der Weltkugel entweder der Sonne zu- oder abgewandt.

Die gesamte Weltbevölkerung erlebt den Sonnenaufgang eines Tages also nicht gleichzeitig, sondern zeitversetzt. Da die Erde sich innerhalb von 24 Stunden einmal um sich selbst dreht, kann die Zeitspanne zwischen den Sonnenaufgängen zweier weit entfernter Länder fast einen ganzen Tag betragen.

Der Begriff wird also fälschlich verwendet, da nicht die Sonne sinnbildlich auftaucht, sondern der Betrachter seine Position wechselt. Der Begriff wurde also lange vor seinem wissenschaftlichen Aspekt geprägt, als der Sonnenaufgang noch vor religiösem Hintergrund oder als Hilfsmittel zur Zeitbestimmung diente.

Der Sonnenaufgang ist mit dem Sonnenuntergang bei Einbruch der Nacht in astronomischen Kalendern verzeichnet, ebenso die Kulmination und der Meridiandurchgang.

Anhand eines zentralen Ortes in einem Land werden Durchschnittswerte zur Errechnung einer Sonnenaufgangszeit herangezogen. In Deutschland trifft das auf die hessische Großstadt Kassel zu, tatsächlich weichen die hier gemessenen Werte aber teilweise zu bis zu über einer halben Stunde von den Zeitangaben in anderen deutschen Orten ab.

Auch die Definitionen des Horizonts verhalten sich nicht immer einheitlich zueinander, sind sie doch von zahlreichen geographischen Faktoren abhängig. Wissenschaftler verwenden daher nicht einen realen Horizontverlauf, sondern berechnen die Uhrzeit des Sonnenaufgangs mithilfe der Angaben zu einer Art idealem Horizont, der überall gleich verläuft.

Das Phänomen des Sonnenaufgangs stellt für die Wissenschaft demnach seit unzähligen Jahren ein spannendes Forschungsgebiet dar, das sich dennoch nie erschöpfen lässt - und trotzdem liegt doch seine Schönheit gerade in seiner scheinbaren Selbstverständlichkeit.